25 August 2007

Zeltbau ohne Anleitung

Man soll es nicht glauben, aber ein erstes "Geländestück" ist fertig geworden!
Zuerst zur Vorgeschichte:
Auf Phil Olleys Seite (siehe Links) waren mir bereits vor einiger Zeit ein paar Zelte aufgefallen. Nachforschungen führten mich dann zur Seite von Magister Militum (http://www.magistermilitum.com), wo eine ganze Palette mittelalterlich anmutender Zelte erhältlich ist. Da mir bislang kein anderer Hersteller untergekommen ist, habe ich kurzerhand einen ganzen Schwung bestellt - und recht zügig geliefert bekommen.

Beim Auspacken war ich dann zunächst etwas enttäuscht. Die Zelte sind aus Resin, und der Guss ist nicht gerade berauschend. Hier mal ein Foto eines unbehandelten Teils out of the box:



Allerdings musste ich mir eingestehen, dass ein Eigenbau aus Stoff oder Papier aus meiner Hand kaum besser aussähe und ich so wenigstens Arbeit gespart habe.
Mit ein bisschen Feilen und Schmiergeln lassen sich die gröbsten Grate entfernen und die Farbe erledigt den Rest. Ein echter Künstler - mit mehr Geduld als ich - könnte wahrscheinlich mehr rausholen, aber auf die Distanz bin ich mit meinem Erstling ganz zufrieden:



Wie man sieht, habe ich versucht, noch etwas mehr Realismus hineinzubringen, indem ich ein paar Schnüre angebracht habe. Diese erfordern natürlich ein Base (bestehend aus einer CD), das ich erst weglassen wollte.
Der Herr im Vordergrund (von Wargames Foundry) ist übrigens der stolze Besitzer und lässt sich gerade für das Turnier ankleiden. Seine Ausrüstung ist nicht wirklich zeitgemäß, aber ich finde, so eine Vignette gehört einfach dazu.

Ich hoffe, es gefällt.

PS: Wiederum entschuldige ich mich für die Bildqualität. Da mein PC immer noch in Reparatur ist, verfüge ich über kein vernünftiges Bearbeitungsprogramm. Außerdem sollte ich wirklich mal daran gehen, mir richtigen Fotohintergrund zuzulegen. Die Lösung "weißes Papier auf Schreibtisch" ist auf Dauer eher... suboptimal. ;)

12 August 2007

Volksbelustigung

Damit nun aber niemand meckern kann, ich würde das Blog nur zum Ausheulen missbrauchen, noch schnell ein Schnappschuss der beiden letzthin fertiggestellten Modelle. Leider spinnen Kamera wie Computer derzeit, so dass ich etwas improvisieren musste - was sich auf die Bildqualität auswirken könnte.
Hier also die Ersatzmänner für die Spiellleute, die ich Frank Bauer dereinst überlassen hatte:



Die beiden stammen aus der Perry-Reihe zum Hundertjährigen Krieg, sind also eigentlich rund 100 Jahre zu früh. Allerdings denke ich mir, dass Spiellleute auch bei Hofe nicht wählerisch sein konnten und deshalb auch etwas ältere Mode auftragen mussten. Die Figuren sind erstaunlich groß und ich überlege bereits, ein paar der Modelle in meine uralte Bretonenarmee für Warhammer Fantasy zu integrieren. Leider sind die gerüsteten Modelle allerdings unbrauchbar für das 16. Jahrhundert. Schade, denn ich bräuchte dringend ein paar Ritter mit eingelegter Lanze...
Für das Quasimodo-Gesicht des Dudelsackbläsers entschuldige ich mich - irgendwie fehlte, nachdem ich sein rechtes Augenlid gemalt hatte, das Pendant auf der linken Seite. Naja, nicht alle Menschen waren hübsch, damals. ;)

Mehr demnächst.

Erste Zwischenbilanz

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich vor rund einem Jahr dieses Projekt gestartet habe. Okay, es gab auch mal die ein oder andere kreative Pause. Aber dennoch darf ich wohl die im Titel angekündigte erste Zwischenbilanz ziehen. Also, los geht's:

  1. Das Projekt wächst. Langsam, aber stetig. Etwas mehr als 20 Miniaturen habe ich zusammen, wenn ich auch immer wieder feststellen muss, dass einige es wohl gar nicht auf die Platte schaffen werden. Da muss sich etwas an meiner Arbeitsplanung ändern!
  2. Dem relativ guten Vorankommen an der "Bemalfront" steht leider die totale Stagnation auf dem Gebiet des Geländebaus gegenüber. Seit meinen ersten kläglichen Versuchen, mir eine vernünftige Spielplatte zu zimmern, habe ich anscheinend eine gewisse Phobie entwickelt. Ideen habe ich genug, nur mangelt es an der Fähigkeit zur praktischen Umsetzung. Ich beneide all diejenigen, denen Material, die ein oder andere helfende Hand und natürlich der Spaß an handwerklicher Betätigung zur Verfügung stehen - all das scheint mir derzeit total abzugehen...
  3. Weiterhin besteht auch das Problem der Regeln. Dass ich mir über die Dimensionierung des Projekts noch immer nicht im Klaren bin, ist Folge wie Ursache dieser Misere. Vom Standpunkt der Präsentation favorisiere ich eindeutig ein Skirmish-Spiel, bei dem das Turnier nur den Hintergrund bildet. Die Ebob-Regeln sind hier immer noch mein Fokus. Die ursprüngliche Idee aber war, ein Ritterturnier als Spiel umzusetzen - was leicht schlicht langweilig gerät. Leider hat sich bisher niemand gefunden, mit mir die angepeilten Regeln auszuprobieren, um meine Vorbehalte zu bestätigen oder (besser) zu zerstreuen. Freiwillige scheinen hier Mangelware.
Natürlich will ich nicht nur mosern. Ich habe mir schon ein paar Gedanken gemacht in den letzten Tagen, wie ich mit den Problemen fertig werde. Hier eine Sammlung:

  • Erreichbare Ziele setzen. In den nächsten Tagen oder Wochen (je nachdem, wie ich Zeit finde) werde ich mir überlegen, was realistischerweise bis Ende des Jahres zu schaffen ist. Danach werde ich nämlich ohnehin umdisponieren müssen, weil ein paar größere Veränderungen anstehen (neue Wohnung, hoffentlich neuer Job etc.). Ein gutes Limit also, denke ich.
  • Klein anfangen, groß rauskommen. Ich werde mir auch überlegen müssen, was noch ins Projekt gehört und was als Ballast abgeworfen werden kann. Konkret: Was muss unbedingt auf die Platte, um die Szenerie eindeutig als Turnier erkennen zu können? Welche Spielereien hebe ich mich für eine mögliche zweite Version auf, die dann auch ruhig etwas größer dimensioniert sein kann? Welche Miniaturen brauche ich dafür? Welches Gelände? Et cetera, et cetera...
  • Planung ist alles. In logischen Schritten zu denken, ist zwar nicht meine Stärke, aber ich werde es versuchen. Für das Projekt heißt das: Ich werde möglichst strukturiert vorgehen, zuerst also ein paar Ritter bemalen, die ja den Kern des Turniers bilden und mich vielleicht parallel dazu auch schon mal an einer Schranke oder der Tribüne versuchen. Ein enger Zusammenhang zwischen den Einzelvorhaben sollte da sein, um zügiger voranzukommen.
  • Letztlich muss es trotzdem Spaß machen. Ich habe gemerkt, dass nach einer kurzen Pause beim Projekt (gerade nach der Magisterarbeit) vieles leichter von der Hand geht. Es erwarte also niemand neue Glanzleistungen in Rekordzeit! Gut Ding... man kennt den Rest.
Mit diesen und anderen Ideen hoffe ich, mich weiter motivieren zu können - und nicht zuletzt auch hier aktiv zu sein. Leider weiß ich nicht, wie gut meine Vorstellungen, Umstrukturierungen und Pläne ankommen, da das Feedback hier sehr dürftig ausfällt. Vor allem Textbeiträge wie dieser scheinen nicht sonderlich beliebt zu sein - was ich sehr schade finde. Manchmal komme ich mir wie ein kleiner Autist vor. :(

Naja, vielleicht liest es ja doch der ein oder andere. Ich kann nur wiederholen, dass Rückmeldungen, Wünsche & Anregungen immer gern gesehen sind! Danke für die Aufmerksamkeit.

28 Juli 2007

Laden & Schießen

Lange hat's gedauert, aber endlich bin ich wieder dazu gekommen, ein paar Miniaturen für das Turnier zu bemalen. Zwischenzeitlich wollte ich einfach nichts mehr vom 16. Jahrhundert wissen - was nach 6 Monaten intensiver Beschäftigung mit dieser Zeit wohl nicht weiter verwundern kann. Der Abschlussstress ist mit Abgabe meiner Arbeit natürlich noch nicht vorbei. Aber ich hoffe, nun wieder etwas mehr Muße zu finden, um an meinem Turnierprojekt zu basteln.

Diesmal hat es ein paar Landsknechte von Wargames Foundry getroffen, genauer gesagt einige Arkebusiere:



Ich finde diese Modelle ganz großartig - sie sind sehr lebendig, stimmig und unheimlich detailverliebt modelliert. Allein der Ablauf vom Befüllen der Arkebuse bis zum Abfeuern ist sehr realistisch getroffen - ich habe sie oben mal in der entsprechenden Reihenfolge platziert (2 und 3 könnten auch tauschen). Bei der Bemalung habe ich mich um größtmögliche Abwechslung bemüht, da Landsknechte ganz allgemein für ihr farbenprächtiges Erscheinungsbild berühmt waren. Als gemeinsames Erkennungszeichen habe ich ihnen aber weiße Kniebinden und Federn verpasst. Weiß war im Übrigen auch die Farbe der so genannten "Verlorenen Haufen", Himmelfahrtskommandos, die als Plänklerschirm vor den eigentlichen Gewalthaufen operierten.

Die hier gezeigten Arkebusiere gehören entweder zu einer Gruppe am Rande des Turniers, die sich mit Zielschießen vergnügt - oder sie kommen als "Ordnungshüter" ins Spiel, die ein bisschen Jagd auf Unruhestifter machen.

Demnächst mehr.

24 Mai 2007

Lückenfüller

Mal eine kurze Rückmeldung zwischendurch. Leider hat mich die Magisterarbeit fest im Griff. Ich bin zwar schon auf den letzten Metern und habe noch etwas Zeit bis zur Abgabe, aber diese Frist will ich eigentlich nicht ausreizen. Daher stecke ich derzeit alle Energie ins Schreiben. Das wenige, was fürs Malen übrig bleibt, geht dann für ein Geburtstagsgeschenk drauf, das ich noch fertig stellen muss - einen aufwändig zu gestaltenden *buhpfui* Cybot der Firma Forgeworld. Anders bekommt man die Leute auch nicht zum Spielen. ;)
Aber nicht verzagen: Immerhin konnte ich meine Vorräte an Miniaturen wieder aufstocken (nicht, dass ich zu wenig davon hätte) und habe mich gestern schonmal dem Entgraten gewidmet. Wenn ich jetzt gleich nach der Pause noch gut vorankomme, gehen die nächsten Figuren heute abend in die Lackiererei zum Grundieren.

14 Mai 2007

Unsere Armee soll schöner werden

Noch ein kleiner Nachtrag:
Ich habe rechts unter "Links zum Thema" Phil Olleys Warcabinet verlinkt. Wenn Ihr eine richtig tolle Landsknechtsarmee aus 28mm-Modellen in Aktion sehen wollt, schaut vorbei.
Hut ab vor so einer schönen Truppe!
Übrigens hat der gute Phil auch ein paar GW-Modelle zweckentfremdet, darunter auch die hier gezeigten Musketiere/Arkebusiere.

Mehr Power!

Die Miniaturen, die ich Euch heute präsentieren kann, sind bei einem kleinen Test entstanden und sollen eigentlich nur notfalls im späteren Spiel auftauchen. Ich hatte vor einiger Zeit sehr günstig einen Haufen GW-Musketenschützen aus Plastik erstanden. Seitdem flogen sie bei mir im Schrank herum, bis ich mich vorgestern Abend entschloss, probehalber mal ein paar von den Jungs anzupinseln. Ich wollte einfach sehen, was man mit ein bisschen gutem Willen aus den Modellen rausholen kann - eins kann ich sagen: Plastikmist bleibt Plastikmist.
Dennoch war ich überrascht, dass vor allem über die Gesichter einiges zu machen ist. Okay, die Modelle sind immer noch nicht überragend (die grüne Hose z.B. werde ich nochmal überdenken müssen :D ). Aber falls sie halbwegs zu den Foundry-Arkebusieren passen, auf die ich gerade warte, schaffen sie es vielleicht doch noch aufs Spielfeld.

Hier könnt Ihr Euch ein eigenes Bild machen (diesmal nur ein Schnappschuss):



Desweiteren ist mir gestern abend die März-Ausgabe der Wargames Illustrated in die Hände gefallen. Beim Durchblättern habe ich eine Artikelserie entdeckt, die ich vorher wohl nur überflogen hatte. Darin wird ein Massenskirmish-System namens "Rebellion" vorgestellt. Setting und Figuren sind eng an den Film "Braveheart" angelehnt, also den Aufstand der Schotten unter William Wallace Ende des 13. Jahrhunderts. Die Regeln finde ich schonmal interessant, zumal auch ein gewisser rollenspielerischer Aspekt dabei ist. Einzig die geforderten verschiedenen Basegrößen finde ich noch etwas verwirrend. Aber ich werde das System definitiv mal ausprobieren - wer weiß, vielleicht kann ich es auch für mein Turnierszenario verwenden?
Dank der freundlichen Vermittlung von Tankred (auch als Initiator des Spieltrieb Frankfurt [siehe Links zu Freunden] und Admin von www.tabletop-hdr.de bekannt), der am Playtesting der Regeln beteiligt war, habe ich auch ein paar weitere Einblicke in das Regelwerk bekommen. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön! :)

Demnächst mehr an dieser Stelle...

10 Mai 2007

Pumhardt von Speyer

Lang versprochen, nun ist sie auf die Schanze gerollt: meine erste Kanone.




Unschwer zu erkennen, handelt es sich um ein umfunktioniertes Games Workshop-Modell, zum Teil mit Originalbesatzung. Der Büchsenmeister vorne am Rohr bedient wohl eigentlich eine "Höllenfeuersalvenkanone" - aber dort, wo er jetzt steht, passt er ganz hervorragend hin, wie ich finde. Sein schwarzer Mantel ist seinem Beruf geschuldet - wer einmal versucht hat, Schwarzpulver aus der Kleidung zu waschen, weiß wovon ich spreche. Und wer nicht, probiere es aus. ;) Die anderen Besatzungsmitglieder sind da, scheint's, optimistischer. Um sie zusammengehörig wirken zu lassen, habe ich ihnen aber schwarze Hutfedern verpasst. Das obligatorische vierte Besatzumgsmitglied (wohl der Büchsenknabe) habe ich mir fürs Erste gespart, sonst wäre es wohl etwas voll geworden.




Die Kisten und Schanzkörbe sind Zusatzmaterialien aus dem Hause Front Rank (bis auf die Kugelbahre, die ist selbstgezimmert). Ich habe mich, soweit möglich, bei der Gestaltung an historische Vorbilder gehalten - natürlich fehlen einige Sachen wie Wassereimer, Schwämme, Schaufeln etc. Aber ich wollte es auch nicht übertreiben mit den Details. Die Verschanzung selbst ist reichlich sinnfrei, doch ich gehe davon aus, dass der Büchsenmeister und seine Jungs den Turnierbesuchern mal zeigen wollten, was sie so drauf haben. ;)




Historisch gesehen handelt es sich wohl um eine so genannte "Notbüchse" bzw. "kurze Kartaune" (für einen Basilisken ist das Rohr zu kurz). Das Ding ist also ein waschechtes Belagerungsgeschütz und dürfte der Stolz jedes Artillerieparks gewesen sein. Kein Wunder, dass der Herzog es für ein paar Salutschüsse hat vorfahren lassen!


Kanonen hatten damals meist sprechende bzw. lautmalerische Namen. In loser Analogie zu der Riesenwumme, die heute im Heeresgeschichtlichen Museum zu Wien zu bestaunen ist, habe ich das Kerlchen "Pumhardt von Speyer" genannt.

PS: Für alle, die noch Fehler oder ein leichtes Glänzen entdecken - ich setze mich morgen nochmal dran und werde das komplette Base nachbearbeiten und versiegeln. Heute war ich einfach nur glücklich, fertig zu sein und Fotos von meinem neuen Liebling machen zu können. :)

PPS: Das erste Feldgeschütz geht demnächst in die Produktion, diesmal eine Feldschlange - wer's schonmal nachschlagen will...

06 Mai 2007

Ist etwa Weibsvolk anwesend?

Für alle, die nach dem ganzen Text schon wieder nach Bildern lechzen, hier mal ein kleines Update:
Der Herr auf der rechten Seite dürfte evtl. schon auf dem letzten Foto zu erkennen gewesen sein. Die beiden Damen habe ich gestern abend in aller Eile fertiggestellt - wiederum habe ich mich bei den Details auf die Gesichter beschränkt und die Kleidung mit ein paar deutlicheren Akzenten versehen. Merkwürdigerweise scheinen weibliche Gesichter den Miniaturendesignern nicht so zu liegen, denn meist wirken sie auf mich viel zu hart oder aber irgendwie "verzogen". Vielleicht hab ich aber einfach nur das Geheimnis schöner Frauen noch nicht gefunden. :D
Ach ja, alle drei Figuren stammen aus der "High Medieval"-Reihe von Foundry.

Ich darf zugleich bekannt geben, dass auch die erste Kanone ihrer Fertigstellung entgegen geht. Mit tatkräfttiger Hilfe aus dem Sweetwater-Forum habe ich einen Bodeneffekt ausgetüftelt, der mir sehr gut gefällt und wohl auf alle weiteren Bases übertragen wird. Derzeit warte ich noch auf ein paar Kleinteile, die ich zur Verzierung der Kanonenbase brauche - deshalb hier nur eine Art Preview auf das Rohbase:
Ganz zufrieden bin ich noch nicht; vor allem das Holz bereitet mir Probleme. Aber besser, ich mache hier meine Erfahrungen, als dass ich später bei den richtigen Aufbauten (aus Holz) scheitere. Kritik, Lob und Vorschläge sind hier wie in meinem Thread im Sweetwater-Forum natürlich gern gesehen!

03 Mai 2007

Rezension: Pavia 1525



Heute also mal, wie bereits angekündigt, die Rezension eines Buches zum Thema: Pavia 1525, erschienen bei Osprey Publishing.

Die Osprey-Hefte dürften den meisten bekannt sein. Falls nicht: Ospreys behandeln militärhistorische Themen aller Art und sind vor allem für ihre zahlreichen Abbildungen und Rekonstruktionszeichnungen bekannt. In Wargamer-Kreisen sind sie daher v.a. als Bemalvorlage beliebt. Die Qualität schwankt zum Teil erheblich, wobei fast alle neueren Hefte sich durch besser recherchierte Texte und Bilder auszeichnen. Es gibt verschiedene Serien; der hier vorgestellte Band stammt aus der Campaign-Reihe (Band 44), in der berühmte Schlachten - wiederum aller Epochen - detailliert beschrieben werden.

Eingeleitet wird das Büchlein (immerhin 96 Seiten - andere Ospreys warten mit durchschnittlich 48 Seiten auf) durch eine allgemeine historische Einführung und die Beschreibung der beteiligten Parteien. In Pavia standen sich 1525 die Truppen Kaiser Karls V. und des französischen Königs Franz I. gegenüber. Die einzelnen Truppenteile werden nach Herkunft unterschieden kurz beschrieben. Auf Details der Ausrüstung wird nicht weiter eingegangen, die Erklärung von Taktiken und Formationen fällt reichlich oberflächlich aus. Immerhin erhellen die Zahlenverhältnisse aus dem Text des späteren Schlachtberichts.
Treffend dagegen sind die Charakterisierungen der anwesenden Führungspersönlichkeiten, v.a. des Kreises um König Franz.

Es folgt die historische Hinführung auf die Schlacht selbst. Die Erzählung verdichtet sich, je näher der Text an das Ereignis heranrückt. Sehr ausführlich und instruktiv wird dann der eigentliche Schlachtverlauf geschildert. Der Text wird erläutert durch zahlreiche Abbildungen, zum einen historische Darstellungen (mit Kommentaren zu deren jeweiliger Zuverlässigkeit) und reichem Kartenmaterial. Am eindrucksvollsten sind die Karten aus der Vogelperspektive, auf denen die Bewegungen der (schematisch dargestellten) Truppen auf dem zeichnerisch rekonstruierten Schlachtfeld nachvollzogen werden können. Einzelne Stationen der Schlacht wurden zudem vom Chefzeichner Graham Turner illustriert. Die meist doppelseitigen Bilder verschwinden leider teilweise in der Falz des Buches. Das ist besonders ärgerlich, weil entscheidende Momente gerade in der Mitte des Bildes dargestellt und damit kaum zu erkennen sind. Welche Bewegungen die kaiserlichen Truppen also durchführten, um zum Vernichtungsschlag gegen Franz' Gendarmes anzusetzen, oder eben die Inszenierung des dramatischen letzten Kampfes des französischen Königs sind so nur zu erahnen.

Der Band schließt mit einem Abschnitt "The Battlefield Today", den man bei einer Besichtigung vor Ort zu Rate ziehen kann, und dem für einschlägige Military Literature fast unvermeidlichen "Wargaming the Battle" - ein für uns Wargamer sehr anregender Teil; man bekommt große Lust, die dort gelieferten zur Umsetzung auf dem Spieltisch sofort auszuprobieren. Meinerseits scheitert das leider an der fehlenden Masse meiner Truppen.

Fazit: Ein trotz kleinerer Mängel (oberflächliche Truppenbeschreibung, Bilder von der Bindung verschluckt) ein ganz hervorragender Osprey-Band. Die Texte sind solide recherchiert, der Schlachtverlauf wird minutiös dargestellt und mit übersichtlichem Kartenmaterial erläutert und auch mit durchschnittlichen Englischkenntnissen erschließen sich die Inhalte schnell. Bei amazon.de ist das Büchlein derzeit mit EUR 15,95 ausgeschrieben - und damit keineswegs zu teuer für ein Buch mit im deutschen Sprachraum leider selten gewordenen Themenstellung. Auf jeden Fall eine prima Inspirationsquelle für den leidenschaftlichen Wargamer und eigentlich lesenswert für alle, die sich für die Epoche der Landsknechte begeistern.
KAUFBEFEHL!

PS: Hier nochmal die Daten (wer's auf dem Bild nicht erkennen kann ^^)

Angus Konstam u.a., Pavia 1525. The Climax of the Italian Wars (Campaign Series 44), Osprey Publishing, Wellingborough 1996 (und öfter).

24 April 2007

Immer schön auf'm Teppich...

Die letzten Tage waren ziemlich arbeitsintensiv, daher kam ich nicht wirklich oft zum Malen. Das Hobby könnte so schön sein, wenn nicht die verdammte Arbeit wäre... ;)
Außerdem habe ich mich endlich dazu durchgerungen, die eckigen Bases des Fußvolks durch runde zu ersetzen - jetzt heißt es natürlich: umbasieren!
Damit man mir das auch glaubt, hier mal ein Foto, das ich gerade beim Basteln geknipst habe:




Schöne Sauerei, mit Moltofill zu panschen; aber anders bekomme ich die Bases wohl nicht "auf Höhe" mit den Stegen der Figuren. Aber die Mühe ist es wohl wert. Ach ja, als Basenmaterial habe ich mich für Magnetfolie entschieden. Das Zeug ist schön flach und sorgt in einer Metallkiste für sicheren Halt beim Transport.


Wer genau hinschaut, wird vielleicht auch den ein oder anderen Neuzugang entdecken. Außerdem kann man noch ein paar andere Sünden erkennen... ;) Allerdings warte ich mit dem Ablichten noch, bis weitere fertig bemalte Miniaturen dazugekommen sind. Dann werde ich auch mal einen ersten Zwischenstand geben - nicht zuletzt, um mich selbst zu motivieren.


Für heute lasse ich es erstmal gut sein und werde mich meiner neuesten Errungenschaft widmen, dem Osprey-Büchlein über die Schlacht bei Pavia 1525. Auf den ersten Blick ziemlich inspirierend! :D

Genauere Rezension folgt bei Gelegenheit.

09 April 2007

Entscheidungen

Vor Kurzem habe ich günstig einige mittelalterliche Zivilisten von Wargames Foundry erstanden. Die Jungs und Mädels gefielen mir so gut, dass ich sie sofort grundieren und mit der Bemalung beginnen musste. Hier nun die ersten Ergebnisse:



Ich hoffe, dass ich mit diesen Figuren etwas von meinem Anspruch wegkomme, die Modelle aufwändig zu bemalen. Letztlich sahen die Miniaturen auf den Fotos sowieso immer furchtbar unsauber aus; also reicht es wohl aus, mit beschränkter Palette und einfacheren Techniken zu arbeiten - besser wird's ohnehin nicht. ;)

Derzeit überlege ich, ob ich die Modelle nun doch auf runde Bases umsetzen soll. Ich habe noch keine Vorstellung, welche Materialien ich verwenden werde, liebäugle allerdings mit runden Magnetbases. Das würde auch Aufbewahrung und Transport erheblich erleichtern.

Zudem bin ich noch unentschlossen, welche Art von Spiel letztendlich auf der Platte stattfinden soll: Einerseits bin ich natürlich noch von der Idee begeistert, ein "klassisches" Turniersystem auszuprobieren, bei dem die Ritter gegeneinander kämpfen und fertig. Ich habe nur Bedenken, dass das entweder zu simpel und damit langweilig für eine Vorführung sein könnte - oder aber es gibt so viele Sonderregeln, die kaum kurz und knackig zu erklären sind.
Andererseits denke ich daher darüber nach, das Turnier lediglich als Hintergrund für ein Scharmützel zu verwenden, bei dem es z.B. darum gehen könnte, eine Gruppe von dreisten Dieben davon abzuhalten, die Preisgelder zu entwenden. Bei all dem Trubel während eines Turniers wäre das eine heikle Aufgabe - allerdings bedeutete das auch, dass ich noch einige Modelle mehr anmalen müsste als ursprünglich geplant. Okay, ich arbeite ja mittlerweile ohne Zeitvorgabe, aber trotzdem...

Es wird wohl darauf hinauslaufen, ein paar Testspiele zu absolvieren. Berichte werden folgen, sobald ich noch ein paar Modelle zusammen und einen willigen Sparring-Partner gefunden habe. ;)

07 April 2007

Tipp: Landshuter Hochzeit 1475

Um den Worten Taten folgen zu lassen, hier mal ein besonderer Ausflugstipp:

Wer's noch nicht kennt und sich ganz allgemein für das Spätmittelalter begeistern kann, sollte unbedingt einmal die "Landshuter Hochzeit 1475" (http://www.landshuter-hochzeit.de) besuchen. Das ist eines der größten und zugleich schönsten historischen Feste Deutschlands - allerdings weitgehend ohne den nervigen Kommerz, wie man ihn auf den so verbreiteten "Mittelalterspektakel" antrifft. Das Fest wird nämlich von den Bürgern der Stadt Landshut selbst getragen und kann mit unglaublich viel Liebe zum Detail aufwarten. Unter anderem findet dort das einzige mir bekannte "Welsche Gestech" in originalgetreuer Rüstung (Bild siehe letzter Eintrag) statt - der Hauptgrund, hier auf die Veranstaltung hinzuweisen.
Allerdings findet das Fest nur alle vier Jahre statt; der nächste Termin ist 2009. Allerdings empfiehlt es sich, frühzeitig zu buchen, da die Eintrittskarten heiß begehrt sind.

Einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen, aber auch auf das Fest selbst gewährt der Film von Franz X. Gernstl "Die Landshuter und ihre Hochzeit" (http://www.br-online.de/land-und-leute/himmel/lebensraum/2001/0715_1.html) - sollte sich da eine Wiederholung ankündigen, auf keinen Fall versäumen!

06 April 2007

Reload!

Liebe Leute!

Zuerst die gute Nachricht: Das Projekt ist nicht tot! Hier wird es definitiv in naher Zukunft weitergehen. Nachdem ich nämlich mit meiner Magisterarbeit leidlich gut vorankomme und dabei tagtäglich mit Rittern des 16. Jahrhunderts konfrontiert bin (ein anderes Thema), hat mich die Lust am Turnieren wieder gepackt.

Das Gute braucht aber immer das Schlechte: Den bisherigen Modus werde ich ändern müssen. Ich habe gemerkt, dass ich mit einer Zeitvorgabe nicht zurecht komme - zumal ich gerade jetzt nur sehr eingeschränkt zum Malen & Basteln kommen werde. Das heißt: hier wird es um ein langfristiges Projekt gehen, bei dem immer mal wieder was dazu kommt, manchmal tröpfchen-, manchmal schubweise.

Dementsprechend werde ich auch ein wenig mehr Hintergrund einfließen lassen. Ich werde also vielleicht auch mal ein Buch zum Thema besprechen oder die Ergebnisse von Regeltests veröffentlichen. Außerdem muss ich ein paar Updates der Bilder vornehmen - einige Figuren sind gar nicht mehr in meinem Besitz...

Langfristig läuft das auf eine Generalüberholung dieses Blogs hinaus, die ich aber nur nach und nach umsetzen werde. Ich hoffe, Ihr, liebe Leser, bleibt trotzdem oder gerade deshalb dabei. Durch Anfeuerungsrufe würde ich mich, in bester Turniertradition, natürlich angespornt fühlen! :)

Druff vnd dran so Got wils han!

30 November 2006

Und so sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen...


Einen hab' ich noch. Diese Miniatur aus Foundrys Mittelalter-Serie fand ich zu schön, um sie nicht noch schnell zu bemalen. (Dementsprechend nachlässig war ich beim Entgraten.)
Außerdem werde ich sie meinem Gönner und Mentor Frank Bauer, dem eigentlichen Initiator dieses Projekts, überlassen. Vielleicht auch als Zeichen dafür, dass es irgendwann hier weitergehen wird, auch wenn ich derzeit genauso ratlos dastehe wie der gute Mann im Bild... ;)

PS: Wer die Vorderseite sehen will, besucht meine Galerie bei http://www.dminis.com/Sire%20Godefroy/index.html

24 November 2006

Was die Zukunft bringt

Die Zeit verrinnt und ich trete auf der Stelle. Das Bemalen bereitet mir immer weniger Freude, zumal ich langsam, aber sicher unter Zeitdruck gerate - noch drei Monate bis zur Tactica, und ab Dezember beginnt die Arbeitsphase an meiner Examensarbeit. Realistisch betrachtet gibt es also noch zwei Möglichkeiten:

1) Ich muss die Miniaturen weniger aufwändig bemalen und die Präsentationsplatte etwas schlichter gestalten, um den Zeitplan einzuhalten.
2) Das Projekt wird auf Eis gelegt, bis ich wieder Zeit und Muße finde.

Ich habe mich nun, nach langem Ringen, für die zweite Lösung entschieden, da die einmal erreichte Qualität nicht leiden soll - ein Mischmasch aus Schau-Miniaturen und solchen, die im Schnelldurchgang eingefärbt wurden wäre in jedem Fall unbefriedigend. Dazu sollte das Gelände wirklich etwas hermachen. Deshalb werde ich bis auf Weiteres die Arbeit ruhen lassen, allenfalls hin und wieder an einigen Miniaturen und Geländestücken für eine spätere Präsentation arbeiten. Diese Sachen werden dann hier zu sehen sein - und vielleicht klappt es ja zur Tactica 2008...

Bis bald mal wieder! *schnüff*

04 November 2006

Spielmann die Zweite


Endlich, der zweite Spielmann ist fertig. Leider gibt das Modell an sich nicht allzu viel her - aber ich habe wohl auch ein bisschen geschlampt. Die Makro-Aufnahme verzeiht keinen dieser Fehler. Hoffentlich finde ich bald wieder zu alter Form zurück...

02 November 2006

Die glorreichen... Drei


Wo Ritter sind, dürfen die Knappen nicht weit sein. Diese drei Herren werden sich auf einem gesonderten Areal des Turnierplatzes im Lanzenstechen üben. Allerdings werden sie nicht gegeneinander antreten (viel zu gefährlich für Anfänger!), sondern gegen einen so genannten "Roland" anreiten. Dieses Gerät, bestehend aus einer drehbaren Puppe mit Schild und herumschwingendem Gegengewicht, dürfte aus diversen Ritterfilmen bekannt sein.
Die kurzen Lanzen erhalten wahrscheinlich noch einen Aufsatz, da realiter der Holzschaft beim Aufprall splittern könnte. Ehrlich gesagt bin ich aber ganz froh, diese Gesellen endlich vom Tisch zu haben: Nicht genug, dass ich kein Freund der Bemalung von Pferden bin - die Reiter haben mich ebenfalls nicht besonders angesprochen, da sie einfach nur schlecht modelliert sind. Dementsprechend sind die Modelle (übrigens wiederum von Foundry) nicht gerade hübsch anzusehen, geschweige denn besonders ordentlich bemalt. Aber das passt ja auch zu diesem knechtischen Volk.

09 Oktober 2006

"Under construction"


Und gleich noch ein erster Blick auf die erste Kanone. Der geneigte Besucher mag mir beipflichten, dass es sich hierbei um ein augenscheinlich aufwändigeres Base handelt - und noch immer fehlen Details wie Wassereimer und Vermessungsinstrumente (die ich hoffentlich noch auftreiben kann) sowie natürlich ein Großteil der Bemalung. Dies nur, um dem eventuellen Vorwurf zuvorzukommen, ich läge auf der faulen Haut. ;)

Zinken zwen



Bisher geht es auf dem Turnier ja noch recht leise zu. Da braucht es dringend ein paar Musikanten, die das Klirren der Waffen übertönen und die versammelten Ritter dazu animieren, ein paar Trinklieder zum Besten zu geben.
Fürs Erste ist der Schalmeienspieler noch etwas allein, aber sein Kamerad ist bereits auf dem Maltisch angekommen, so dass es bald zünftig hergehen kann. Die Herren tragen sehr farbenfrohe und bunt gemusterte Gewänder, was der Berufskleidung fahrender Spielleute gerecht werden dürfte.
(Wie immer: Einzelne Malfehler, z.B. an der Trommel, habe ich auf dem Foto bereits ausgemacht und sogleich behoben. Das einem das immer erst nach dem Ablichten auffällt...)