27 Januar 2008

Linkergänzungen

Mal wieder Ergänzungen in der Linkleiste.
Leider zu spät bin ich auf ein Blog namens Renaissance Miniatures aufmerksam geworden. Dort finden sich zahlreiche Miniaturenreviews verschiedenster Hersteller, die Figurenreihen des 16. Jahrhunderts im Programm haben. Sehr interessant und nützlich, für alle, die mit dieser Epoche liebäugeln.

Außerdem will ich auch das Blog von Pike & Plunder hier verewigen. Dort finden sich detaillierte Regeln für Kartenkampagnen vor dem Hintergrund der Italienischen Kriege (1494-1559) samt bebilderten Spielberichten der ausgetragenen Schlachten. Masse und Qualität der dabei aufgebrachten Miniaturen ist atemberaubend - und sehr inspirierend.

Also, anschauen empfohlen!

26 Januar 2008

Statisten-Casting (1)

Zehn Tage ist der letzte Beitrag schon wieder alt - herrje, tempus fugit! In dieser Woche wurde ich - neben dem realen Leben - vor allem durch ein paar Spätrömer abgelenkt, die ich seit einiger Zeit schon hier herumstehen habe und in diesem Jahr kontinuierlich "abarbeiten" will. Außerdem warten da noch die wunderschönen AWI-Figuren aus dem Hause Perry und, und, und - vielleicht mache ich demnächst mal ein Foto von dem bunten Durcheinander.

Immerhin sind aber auch einige der angekündigten Zuschauer für das Turnier herumgekommen. Hier die Ausbeute dieser Woche bzw. der letzten zwei Tage:


Bei dem Herrn ganz links habe ich noch nicht entschieden, als was genau er auftreten soll. Entweder drücke ich ihm eine Lanze in die Hand, damit er als Page/Knappe eines Ritters fungieren kann (siehe dazu auch das untere Cranach-Bild im Beitrag vom 12. Januar). Oder ich bastle einen Bierkrug zurecht, mit dem er sich die Wartezeit auf den nächsten Durchgang verkürzen kann. Diese Idee kam mir durch den zum Ruf geöffneten Mund des Modells - ich hätte noch zwei, drei Zechkumpane in ähnlicher Pose, die dann gemeinsam den Ritter ihrer Wahl anfeuern oder aber ein jugendgefährendes Trinklied anstimmen könnten...

Die Figuren haben gleich mehrere Premieren erlebt:
Zum einen habe ich an ihnen das angebliche Wundermittel von Dragon Colour ausprobiert, die so genannten Tauchgrundierung. Wer sich nichts drunter vorstellen kann, schaut am besten hier www.tiny-soldiers.com/index.php?page=DragonColor. Die Tests verliefen einigermaßen erfolgreich. Größter Vorteil dieser Grundierungsart besteht darin, dass sie wirklich das komplette Modell bedeckt und man nicht nacharbeiten muss. Außerdem ist die Methode relativ unkompliziert; zu dick aufgetragene Farbe sollte damit kein Problem mehr sein. Nachteilig finde ich allerdings den Glanz und den starken Abrieb. Der Glanz verhindert, dass ich mir nachträgliches Finelining ersparen kann, indem ich die schwarze Grundierung an einigen Stellen einfach stehen lasse. Vielleicht lässt sich das Problem aber auch durch den Auftrag von Mattlack beheben. Zu starkem Abrieb der Grundierung kam es beim Aufstellen der Miniaturen zum Trocknen - es ist ziemlich hakelig, die Modelle aus der Dose zu fischen und sie dann in eine möglichst aufrechte Position zu bringen, damit die überschüssige Farbe abtropfen kann. Auch hält die Farbe nicht so gut anderen unvermeidlichen oder zufälligen Berührungen stand. Darüber hinaus eignet sich diese Grundiermethode wohl nur bedingt für Massenproduktion; was mich bei einzelnen Turniermodellen aber nicht weiter bekümmert.

Zum anderen habe ich mir einen ganzen Satz Foundry-Farben zugelegt, um das berühmt-berüchtigte Drei-Farben-System endlich in größerem Umfang anwenden zu können. (Mein Dank geht an dieser Stelle an Michael von www.miniaturicum.de für den kundenorientierten Service.) Auch wenn ich noch einige Startschwierigkeiten habe - für manche Farbkombinationen muss ich mir noch ein paar Zwischentöne überlegen -, bin ich begeistert. Die vorgegebenen Schattierungen und Akzente erleichtern die Farbwahl erheblich. Mit etwas Übung und der herstellerübergreifenden Farbverwendung sollte sich auch eine spürbare Beschleunigung des Malvorgangs einstellen. Zudem stimmt einfach die Qualität der Farben, die manche GW-Suppe alt aussehen lässt (nichts gegen GW-Farben im Allgemeinen!).

Nun aber genug des Gelabers. Wenn es gut läuft, schaffe ich in den nächsten Tagen noch ein paar Miniaturen mehr. Mein Zuschauer-Counter zeigt nun:

5 Miniaturen abgearbeitet
26 Miniaturen to go

UFF!

Desweiteren will ich zusehen, ob ich nicht wenigstens schon mal die Planken für den Turnierplatz provisorisch zusammen zimmere. Eventuell kann man dann ein erstes, echtes Probespielchen einlegen, um die leidige Frage nach den Regeln zu klären...

PS: Das Design der obligatorischen Copyright-Zeile habe ich von Tankred geklaut - falls er auch darauf Rechtsanspruch erhebt, wird sie wieder ersetzt. ;)

15 Januar 2008

Publikumsmagnet

Im Zuge der rationaleren Arbeitsplanung hab ich heute auch mal wieder meine Bestände gesichtet. Zunächst habe ich alle Zivilisten aussortiert, die als Zuschauer taugen könnten. Hier habe ich nämlich noch ziemliche Defizite. Das zu ändern, habe ich mir für die nächste Zeit vorgenommen; und so sieht der "bunte" Haufen aus:



Mit diesen Figuren hätte ich ca. 30 Zuschauer zusammen - das sollte als Grundstock genügen. Wenn ich beim späteren Plattenbau merke, dass die Ränge zu dünn besetzt sind, kann ich immer noch nachlegen. Sicherlich wird auch noch das ein oder andere Modell über meinen Maltisch wandern, das nicht zu diesem "Produktionsschritt" gehört (so wie die Landsknechte im letzten Beitrag) - ein paar Gimmicks kann ich mir einfach nicht verkneifen, gerade wenn es sich um Neuerwerbungen handelt. ;)

Aber immerhin habe ich jetzt ein echtes Etappenziel!

Al mein gelt verspilt

Im letzten Beitrag waren sie bereits zu sehen, jetzt ist gewissermaßen noch etwas Gras über die Sache gewachsen: die Karten spielenden Landsknechte. Ein paar Abriebstellen muss ich noch ausbessern, bevor der Lack drauf kommt, also nicht wundern.



Eine ziemlich typische Szene, glaubt man zeitgenössischen Berichten und Darstellungen. Die Landsknechte waren als notorische Trunken- und Raufbolde verschrien, die noch dazu ihr ziemlich unregelmäßiges Einkommen beim Würfel- oder Kartenspiel verprassten. Ob sich darin die Wirklichkeit oder eher Vorurteile spiegeln, ist kaum mehr zu klären. Mit Sicherheit waren die Sitten jener Landsknechte, die nicht nur vom Schlachtentod, sondern viel öfter von Hunger, Kälte, ausbleibendem Sold, Krankheit oder Verwundung bedroht waren, ziemlich rau. Allerdings traute man den umherziehenden ("reisigen") - und damit grundsätzlich verdächtigen Söldnern - auch so manche Schurkerei zu, die einem Eingesessenen nie eingefallen wäre. Leicht übersah und übersieht man nämlich, dass die meisten Landsknechte außerhalb der Saison, also vor allem in den Wintermonaten, zivileren Berufen, z.B. einem Handwerk, nachgingen.
Trotzdem haben vornehmlich Darstellungen wie diese unser Bild vom Landsknecht geprägt:



Einer würfelt mit dem Teufel (und verliert ganz offensichtlich), ein anderer betätigt sich als Gotteslästerer, indem er das Kruzifix bespuckt. Und da sprechen wir über Jugendkriminalität...
In den Rahmen eines Turniers passen solche Szenen natürlich auch. Die oben gezeigte Vignette stammt aus dem Hause Redoubt Miniatures. Sie steckt voller kleiner Details, die das Geschehen sehr schön einfangen, und letztlich den Ausschlag gaben, die Figuren zu erstehen. Denn stilistisch unterscheiden sich die Figuren stark von meinen geliebten Foundrys. Das Foto schont daher nichts!

Zum Ausgleich habe ich gleich darauf einen frühen Perry-Sculpt bemalen müssen. Sein Dasein hat er als Armbrustschütze aus der Spätmittelalter-Reihe von Foundry begonnen; ich habe ihn kurzerhand zum Falkner umgerüstet. Seine Pose passte dafür ungefähr und so betreut er nun die teuren Haustierchen eines ritterlichen Turnierteilnehmers (die Sitzstange mit weiteren Vögeln folgt). Der "Falke" stammt aus dem Gussrahmen der GW-Bretonen. Aufgrund seiner Größe habe ich ihn als Habicht bemalt (Ornithologen mögen mir Ungenauigkeiten verzeihen), da diese Tiere auch gern zur Beizjagd eingesetzt wurden, aber nicht so hochpreisig gehandelt wurden wie andere Beutegreifer.


Den braunen Stumpen, der das Gesicht des Falkners verunziert, ist eine Notlösung. Ich hab mich einfach nicht getraut, ihn wegzufeilen.

Ach ja, und noch einen Neuzugang will ich nicht zurückhalten. Dieser freundliche Herr im farbechten Dress wird sich in nächster Zeit beim Aufbau der weiteren Zelte nützlich machen.



An dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an Frank Bauer!

12 Januar 2008

Cranach und die Folgen

Lange hat sich hier nichts getan - ich erspare mir aber umständliche Erklärungsversuche und setze lieber mit den positiven Meldungen wieder ein. Wider Erwarten ist das Projekt also nicht tot. Als Beweis mag auch dieser schüchterne Blick auf meinen Arbeitstisch dienen:



Außerdem habe ich wieder etwas Motivation getankt, als ich diese Woche endlich die großartige Cranach-Ausstellung im Frankfurter Städel besuchen konnte. Die Bilder des Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553) sind eine wahre Fundgrube an Ideen - kein Wunder, der Mann hat neben den hübschen Nackedeis, für die er noch heute bekannt ist...

(Wer erkennt den Hut wieder?)


... auch komplette Festivitäten an den fürstlichen Höfen seiner Zeit organisiert. (Heutzutage wäre er wohl eine Art Eventmanager.) Dazu gehörten neben Entwürfen von Teppichen, Wandmalereien, Geschirrdekorationen, Kostümen etc. etc. auch solche von Turnierrüstungen. Und so finden sich unter seinen Werken auch zahlreiche Darstellungen turnierender Ritter, natürlich samt ihrer Entourage aus Gefolgsleuten und begeisterten Zuschauern.

(Zugegeben, das Mädel ist hübscher anzusehen!)

Besonders erfreut hat mich das Bild einer Turniergesellschaft, die ihr Spektakel auf freiem Feld veranstaltet (leider habe ich es im Internet nicht wiederentdeckt). Das enthebt mich in gewisser Weise meiner Sorge um die Authenzität eines Wald- und Wiesenturniers. Der Normalfall waren wohl aber tatsächlich Turniere in städtischer Umgebung (siehe Bild oben), und so behalte ich die Idee im Hinterkopf für ein eventuelles späteres "Upgrade" des Projekts. Aber das wäre echte Zukunftsmusik...

In jedem Fall empfehle ich jedem an der Zeit Interessierten den Besuch dieser einmaligen Ausstellung. Gelegenheit besteht noch bis zum 17.2.2008; danach wandert die Gemäldeschau erstmal ins Ausland. Weitere Infos findet man hier: http://cranach.staedelmuseum.de/cranach.htm
Einen Film zur Einführung, der auch in der Ausstellung gezeigt wird, kann man sich hier ansehen: http://www.3sat.de/mediathek/?obj=7134