15 Januar 2008

Al mein gelt verspilt

Im letzten Beitrag waren sie bereits zu sehen, jetzt ist gewissermaßen noch etwas Gras über die Sache gewachsen: die Karten spielenden Landsknechte. Ein paar Abriebstellen muss ich noch ausbessern, bevor der Lack drauf kommt, also nicht wundern.



Eine ziemlich typische Szene, glaubt man zeitgenössischen Berichten und Darstellungen. Die Landsknechte waren als notorische Trunken- und Raufbolde verschrien, die noch dazu ihr ziemlich unregelmäßiges Einkommen beim Würfel- oder Kartenspiel verprassten. Ob sich darin die Wirklichkeit oder eher Vorurteile spiegeln, ist kaum mehr zu klären. Mit Sicherheit waren die Sitten jener Landsknechte, die nicht nur vom Schlachtentod, sondern viel öfter von Hunger, Kälte, ausbleibendem Sold, Krankheit oder Verwundung bedroht waren, ziemlich rau. Allerdings traute man den umherziehenden ("reisigen") - und damit grundsätzlich verdächtigen Söldnern - auch so manche Schurkerei zu, die einem Eingesessenen nie eingefallen wäre. Leicht übersah und übersieht man nämlich, dass die meisten Landsknechte außerhalb der Saison, also vor allem in den Wintermonaten, zivileren Berufen, z.B. einem Handwerk, nachgingen.
Trotzdem haben vornehmlich Darstellungen wie diese unser Bild vom Landsknecht geprägt:



Einer würfelt mit dem Teufel (und verliert ganz offensichtlich), ein anderer betätigt sich als Gotteslästerer, indem er das Kruzifix bespuckt. Und da sprechen wir über Jugendkriminalität...
In den Rahmen eines Turniers passen solche Szenen natürlich auch. Die oben gezeigte Vignette stammt aus dem Hause Redoubt Miniatures. Sie steckt voller kleiner Details, die das Geschehen sehr schön einfangen, und letztlich den Ausschlag gaben, die Figuren zu erstehen. Denn stilistisch unterscheiden sich die Figuren stark von meinen geliebten Foundrys. Das Foto schont daher nichts!

Zum Ausgleich habe ich gleich darauf einen frühen Perry-Sculpt bemalen müssen. Sein Dasein hat er als Armbrustschütze aus der Spätmittelalter-Reihe von Foundry begonnen; ich habe ihn kurzerhand zum Falkner umgerüstet. Seine Pose passte dafür ungefähr und so betreut er nun die teuren Haustierchen eines ritterlichen Turnierteilnehmers (die Sitzstange mit weiteren Vögeln folgt). Der "Falke" stammt aus dem Gussrahmen der GW-Bretonen. Aufgrund seiner Größe habe ich ihn als Habicht bemalt (Ornithologen mögen mir Ungenauigkeiten verzeihen), da diese Tiere auch gern zur Beizjagd eingesetzt wurden, aber nicht so hochpreisig gehandelt wurden wie andere Beutegreifer.


Den braunen Stumpen, der das Gesicht des Falkners verunziert, ist eine Notlösung. Ich hab mich einfach nicht getraut, ihn wegzufeilen.

Ach ja, und noch einen Neuzugang will ich nicht zurückhalten. Dieser freundliche Herr im farbechten Dress wird sich in nächster Zeit beim Aufbau der weiteren Zelte nützlich machen.



An dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an Frank Bauer!

Keine Kommentare: